Die weltweit größte Knopflochsammlung – Für die meisten der ausgestellten Raritäten liegen Echtheitsgutachten international anerkannter Experten vor, insbesondere solche von Prof. Masuhito Kobayama† von der Universität Kotogawa, Japan.
Idee: Kurt Slupetzky, Foto: Fritz Gall

Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande.
Johann Wolfgang von Goethe

Der VVG (Verein zur Verifizierung von Gnoplöchern) präsentiert Ihnen hier mit vor Stolz geschwellter Brust vier von bislang 22 entdeckten Knopflöchern aus der hauseigenen Sammlung. Bevor Sie sich aber in das Studium der ausgestellten Exponate vertiefen, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass es sich bei den gezeigten Schaustücken nicht um ordinäre Löcher, sondern um die Knopflöcher von historischen Kleidungsstücken handelt! Nicht hoch genug zu würdigen sind die meist jahrelangen Recherchen, der enorme finanzielle Aufwand, aber auch der unermüdliche Enthusiasmus, den Forscherteams und Historikerkommissionen unter widrigen bis nahezu lebensgefährlichen Umständen bei der fachgerechten Bergung auf sich genommen haben um der Menschheit dieses kulturelle Welterbe zu sichern.

Bitte beachten Sie weiters, dass es sich bei den ausgestellten Exemplaren um die reinen Löcher handelt, die möglichst im Originalzustand sichergestellt und sorgfältig aufbereitet wurden, so dass insbesondere an den Rändern keinerlei Verunreinigungen durch Saumreste vorhanden sind. Allfällige Spuren von Fremdkörpern wie Messerschnitte und Blutspritzer können jedoch fallweise den archäologischen Wert der Fundstücke erhöhen.

 


 

Kragenknopfloch Robespierres
Datierung: 18. Juli 1794
Fundort: Place de la Révolution, Paris (F)
fragmentarisch erhalten, organische Einschlüsse
Foto: Mischa Nawrata

 

 

Das vermutlich einzige noch existierende Knopfloch aus der Zeit der französischen Revolution ist nur mehr fragmentarisch erhalten. Zudem lässt die unregelmäßige Schnittkante auf starke Abnützung an der Guillotine schließen. Der bräunliche Fleck am linken oberen Rand, der lange Zeit als vom Rost des Fallbeils herrührend interpretiert worden war, konnte nach neueren DNS-Untersuchungen eindeutig dem Blut Robespierres zugewiesen werden.

 


 

Waffenrock – Knopflöcher Napoleons
Datierung: 1813
Fundort: Nähe Leipzig (D)
leicht versengt
Foto: Mischa Nawrata

 

 

Prunkstücke dieser Sammlung sind der Doppelschwertklingen-Zinnknopf und das vollständig erhaltene Felherrn -Knopflochalbum vom Waffenrock Napoleons, den dieser in den Schlachten von Austerlitz, Jena, Wagram und Leipzig trug. Das wertvollste Knopflochexemplar ist das dritte von oben (mit Karteireiter gekennzeichnet), das deutliche Deformationsspuren aufweist und Napoleons Gewohnheit, die rechte Hand ständig unter die Rockleiste zu stecken, erstmals haptisch belegt. Bügelspuren aus den Achtzigerjahren des 20. Jhts. belegen zudem die historisch gesehen desaströsen Eingriffe einer besonders ordnungsliebenden Kuratorin.

 


 

Staatsvertrags – Knopfloch
Datierung: 1955
Familie Anzenreiter
Kleinknötteldorf, Niederösterreich (A)
Neuerwerbung
Foto: Mischa Nawrata

 

 

Das Knopfloch stammt von jenem Sakko, das Außenminister Leopold Figl 1955 anlässlich der Staatsvertragsverhandlungen in Moskau und Wien trug. Gut erkennbar auf dem Objekt sind eingetrocknete Spritzer hochprozentigen Alkohols. Am 15. Mai 1955 durch heftiges Winken von der Balustrade des Schlosses Belvedere aus der Manschette gelöst und über die Menge ausgeschleudert wurde es vom anwesenden Großvater des letzten Besitzers Ignaz Anzenreiter sofort geborgen, bevor es von der tobenden Menge zertreten werden konnte. Als Familienschatz gehütet fand es erst im Rahmen der letzten Aktion „Licht ins Dunkel“ seinen Weg zurück an die Öffentlichkeit und gelangte durch Ersteigerung in den Besitz des Nonseums.

 


 

Gefälschtes Knopfloch
Datierung: 2002
Fundort: Kriminalmuseum Köln (D)
Knopflochimitat
Foto: Mischa Nawrata

 

 

Das Landgericht Köln verurteilte einen deutschen Geschäftsmann* zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung, weil er für 46 000 Euro ein Knopfloch aus Jan Vermeers „Dienstmagd mit Milchkrug“ angeboten hatte. Der raffinierte Betrug flog auf, weil der Interessent* – argwöhnisch geworden durch die vielen Fälschungen am Kunstmarkt – auf dem Originalgemälde im Rijksmuseum Amsterdam weder Schnittspuren noch ein fehlendes Knopfloch entdecken konnte.

* Namen von lebenden Personen dürfen aus Datenschutzgründen nicht genannt werden