Hutlüfter für den coolen Kopf
Subjekt: Rauchender Fritz Gall, Foto: Lukas Beck

Mit Getöse vorwärts gestürmt und Eigentor: Immerhin ein Treffer!

„Wir üben uns in der hohen Kunst des Augenzwinkerns, delektieren uns an der wunderbaren Weisheit von Unsinnigem und helfen mit unseren selbst erdachten Prototypen mit, die nutzlosen Erfindungen, die es auf dieser Welt gibt, zu vermehren – nur absichtlich halt. Das funktioniert auch nicht viel schlechter, aber es macht wesentlich mehr Spaß. Denn Persiflage ist der erste Schritt zur Menschlichkeit und was kann man sich von unseren grenzgenialen Basteleien Schöneres wünschen, als einer hochtechnisierten und schnelllebigen Zeit etwas entgegenzuhalten – und wenn es nur ein Spiegel ist“, erklären Vereinsobmann Friedl Umschaid und Nonseumsdirektor Fritz Gall ihre hintersinnige Vereinsphilosophie.

Ohne ihre Seele zu verkaufen, haben die beiden abseits jeglicher aufgesetzter Didaktik Überraschendes erreicht und all die Jahre eine Art kleine Weltmaschine betrieben, die bis zum heutigen Tag rund läuft.

Aus 1+1 mach 3!

Mastermind und Platzhirsch dieses seltsamen, bunt klingelnden Werkls ist seit jeher der g´studierte Bildhauer Fritz Gall. Als ungestüme Triebfeder konzipiert und organisiert er die legendären Vereinsfeste, kuratiert als Art-Director die Geschicke des Nonseums und entwickelt geschäftig Erfindungen, solange sie nur sinnlos genug sind – um die Welt zu retten, wie er sagt. Und es gibt kunstfertiges Scheitern nirgendwo dermaßen ambitioniert zu sehen wie in seiner Werkstatt, aus der ein Großteil der nonsealen Produktentwicklungen stammt.

„Fürs Erste reicht es, ausrangiertes altes Zeugs zu finden, das man auf den ersten Blick nicht brauchen kann. Auf den zweiten übrigens auch nicht! Eine verstaubte Melone und einen vernudelten Werkzeuggriff beispielsweise. Nun gilt es zuzuwarten und dieses glanzlose Treibgut solange einzulagern, bis sich die Einzelstücke wie von selbst im Kopf zu einem wundersamen Ding wie dem Hutlüfter finden. Ab diesem Zeitpunkt braucht es nur noch der handwerklichen Raffinesse, alle Puzzleteile gekonnt „manufakturell“ zusammenzufügen und zu einem selbstgenügsamen Prototypen zu formen, dessen einziger Zweck es ist, nichts im freundlichsten Sinn zu produzieren.

Jedenfalls schwingt in all meinen (un)verzichtbaren Gerätschaften jede Menge subversiver Freude mit, unsere Über – Konsumgesellschaft mit Witz zu unterlaufen. In ihrer nutzlosen Absurdität sind dazu da, einer schier schrankenlosen Maßlosigkeit noch eins drauf zu setzen. Double Standard eben und handfeste analoge Lebenshilfe in einer zunehmend virtuellen Welt, die so tut, als könne sie unseren Alltag erleichtern!“