Das 24-Stunden Weinbergschneckenrennen von Le Baum – Manche Schnecken sind so erschöpft, dass sie für die 24 Stunden glatt 25 benötigen.
Foto: Bernhard Madl

Nonsens ist unser Grundgedanke, aber wir schweifen auch gerne ab

Das muss natürlich auch gekonnt werden. Wir haben es seit jeher verstanden, durch Herz zerreißend engagierte Events Besucher in großer Zahl zu begeistern. Unsere Ausstellungen und Feste balancieren stets fröhlich zwischen hintersinnigem Quergedenke, freundlichem Professionalismus und wohlwollendem Missverständnis. „Irgendwie Olympia“ mit Sonderdisziplinen wie dem Handtuchwerfen für Politiker (2005), der Wandertag für Pessimisten (2013) oder das traditionelle 24-Stunden-Weinbergschneckenrennen … klingen vielleicht vertraut. Alles, was wir planen und inszenieren, ist letztendlich heilsamer Unfug – Unsinn mit Logik eben – und damit einhergehend plagiatfreier und zudem schräg vergnüglicher Freiraum, den wir für uns selbst mit Augenmaß geschaffen haben.

Was uns noch passiert ist

Im naturgemäß freundlichen Ortsklima lächelte man anfänglich über uns spinnerte Buam, hielt uns für eine statistisch ungerechte Anhäufung von Sonderlingen, mit denen Herrnbaumgarten zwar geschlagen war.- aber: Jeder Ort hat halt sein Binkerl zu tragen. Man nahm uns hin. Spätestens seit den gemeinsam mit der Bevölkerung durchgeführten „verruckten“ Aktionen (Dodamauna Unlimited, Kennzeichnung der Ortschaft mit vielsprachigen Ortstafeln, Einzelsockenwandertag …) ist das anfängliche Köpfe Schütteln der Begeisterung gewichen. Und: Das doch etwas gedämpfte Selbstwertgefühl der kleinen Agrargemeinde am Ende der Welt ist zögerlich, aber dennoch stetig gewachsen. Vivat!